29
August
18:00 — 22:00

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Jahrestreffen des Zürcher Werbeclubs in der Fraumünsterpost

Aufgabe als Konzernchef nicht gesucht

Am Montag 29. August 2011 trafen sich über 40 Mitglieder und Gäste des Zürcher Werbeclubs zur Generalversammlung und zum anschliessenden Talk mit Jürg Bucher, CEO der Schweizerischen Post. Durch den Talk führte Andy Hostettler, CEO von TBWA\Switzerland AG sowie Vorstandsmitglied des Zürcher Werbeclubs.

Aussergewöhnlich war nicht nur die Lokalität – der Anlass fand in den Verkaufsräumlichkeiten der Zürcher Fraumünsterpost statt, abgetrennt nur mit einigen Banden vom Verkaufsraum – aussergewöhnlich war auch die Freundlichkeit, mit der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fraumünsterpost mithalfen, dass der Anlass ein Erfolg wurde.

Der statutarische Teil unter der Leitung von Präsident Carlo Steiner ging gewohnt rasch und unkompliziert über die Bühne. Sämtliche Entlastungs-, Bestätigungs- und Neuwahlen wurden einstimmig beschlossen. Herzlich verabschiedet und verdankt wurde Lanny Cresta, die nach zwei Jahren im Vorstand ihren Rücktritt erklärt hatte. Neu wird der Vorstand durch Roberto D’Elia, Leiter Consulting Werbe- und Mediaagenturen bei der Schweizerischen Post, Danijel Sljivo, Account Executive bei TBWA\Switzerland AG, sowie Gerry Stadler, Leiter Client Service bei Publimedia AG verstärkt.

Nach einer kurzen Pause startete Talkmaster Andy Hostettler das interessante Gespräch mit CEO Jürg Bucher.

Zuverlässig, wertsteigernd und nachhaltig

Die in der Vision der Schweizerischen Post enthaltenen Kernwerte passen auch gut zu Jürg Bucher. Der passionierte Sportler, OL-Läufer und kulturell interessierte Mensch, dem eine gesunde Work-Life-Balance wichtig ist, wirkte besonnen, charmant und zuverlässig.

So meinte er auf die Frage, ob und wie man seine Karriere planen soll, dass er selber seine Karriere nie geplant habe. So habe er auch die Aufgabe als CEO bei der Schweizerischen Post nicht gesucht – aber eben – gefunden. Neben der nötigen Aus- und Weiterbildung sei es auch wichtig, dass man Erfolge feiert, dass man mit Niederlagen richtig umgehen lernt und dass man das Glück hat, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.

Gefragt nach der Pünktlichkeit der Post meinte Jürg Bucher, dass die Post äusserst zuverlässig arbeite und dass Briefe und Pakete in den allermeisten Fällen pünktlich bei den Adressaten eintreffen würden. Nicht gefeit sei die Schweizerische Post jedoch gegen äussere Umstände wie beispielsweise ein geschlossener Gotthardtunnel oder unmässiger Schneefall.

Wie sie sieht die Post in zehn Jahren aus?

Die postalische Grundversorgung werde die Post auch in zehn Jahren noch sicherstellen, ist Bucher überzeugt. Auch der weitere Ausbau von PostFinance sei ein Thema. Zunehmen würden die elektronischen Angebote. Zudem werde sich die Post für flexible Poststellen an zentralen Lagen mit längeren Öffnungszeiten einsetzen. Ebenfalls werde die Post den sich verändernden Kundenwünschen und den neuen Technologien Rechnung tragen. Es gehe in Richtung «Hybrid-Organisation, die Bewährtes aus der physischen mit der elektronischen Welt verbindet», so Jürg Bucher.

In diesem Zusammenhang möchte Andy Hostettler wissen, wie die Schweizerische Post mit «Social Media» umgehe, ob Jürg Bucher einen persönlichen Facebook-Account habe und ob die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zugang zu Facebook hätten. Jürg Bucher hat kein Facebook-Profil, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen aus sicherheitstechnischen Gründen während der Arbeitszeit nicht auf diese Plattformen zugreifen. Laut Jürg Bucher sei Social Media mit Facebook und Twitter ein Thema, das auch die Post beschäftige und künftig an Gewicht gewinnen werde.

Auf die Frage, ob die Post privatisiert werden soll, meint der CEO, dass eine solche Diskussion momentan sicher nicht auf fruchtbaren Boden fallen würde.

Alles in allem ein sehr interessanter Talk, der aufzeigt, wie spannend die Herausforderungen sind, denen sich die Schweizerische Post täglich stellen muss. Da ist nicht nur die Einhaltung des Service public gefragt, sondern auch die Wahrung der politischen und wirtschaftlichen Interessen. Es erstaunt deshalb nicht, dass auf die Frage nach der Erfüllung eines Wunsches durch eine Fee, derjenige nach noch besseren politischen Rahmenbedingungen aufkommt.

Auch beim anschliessenden Apéro wurden diese Themen noch rege weiter diskutiert.

13.09.11 – Claudia Facchinetti

Details

Date:
29.08.2011
Time:
18:00 - 22:00
Event Category:
Organizer:
ZWC Zürcher Werbeclub
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